Köln hat für mich schon lange einen ganz besonderen Platz im Herzen.
Nicht nur, weil auch die Familie meines Mannes hier gelebt hat, sondern weil diese Stadt für mich geschichtlich, atmosphärisch und im ganz normalen Alltag etwas Besonderes ist.
Allein ihre Geschichte ist beeindruckend.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Köln bei mehr als 260 Luftangriffen bombardiert. Zehntausende Bomben fielen auf die Stadt und große Teile der Innenstadt lagen schließlich in Trümmern.
Und trotzdem stand dort noch der Dom.
Auch der Kölner Dom wurde mehrfach von Bomben getroffen – doch er stürzte nicht ein.
Wenn ich darüber nachdenke, was rund um dieses Bauwerk geschehen ist und was es überstanden hat, kann ich es bis heute kaum begreifen.
Nach dem Krieg dauerte der Wiederaufbau Kölns viele Jahre. Und am Dom wird im Grunde bis heute ständig gearbeitet.
Irgendwo wird eigentlich immer restauriert.
Vielleicht zeigt gerade das, wie wichtig es den Menschen ist, dieses außergewöhnliche Bauwerk auch für kommende Generationen zu erhalten.
Doch die Geschichte Kölns begann natürlich nicht erst im Zweiten Weltkrieg.
Ganz im Gegenteil.
An der Stelle des heutigen Köln befand sich einst die römische Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Im Jahr 50 n. Chr. erhielt sie das Stadtrecht und wurde später Hauptstadt der Provinz Germania Inferior.
Sie gehörte zu den bedeutendsten römischen Städten nördlich der Alpen.
Spuren dieser Vergangenheit findet man bis heute.
Über der Erde.
Und unter der modernen Stadt.
Ich finde den Gedanken immer wieder faszinierend, dass man bei einem Spaziergang durch Köln buchstäblich über fast zweitausend Jahre Geschichte läuft.
Ich selbst war vor ungefähr acht Jahren zum ersten Mal hier.
Damals sah ich noch kaum etwas von der eigentlichen Stadt und lernte hauptsächlich die Außenbezirke kennen.
Trotzdem hatte Köln schon damals etwas, das mich faszinierte.
Später erkundete ich gemeinsam mit meinem Mann die Innenstadt.
Wir spazierten am Rhein entlang.
Aßen ein Eis.
Schlenderten durch die Altstadt.
Und natürlich gingen wir auch in den Dom.
Ich glaube, spätestens damals habe ich mich endgültig in Köln verliebt. ❤️
Eines der ersten Dinge, die mir auffielen, war das viele Grün.
Bäume überall.
Parks.
Wälder.
Seen.
Manchmal ist es kaum zu glauben, dass man sich in einer Großstadt befindet, weil man innerhalb kurzer Zeit an Orten sein kann, an denen man den Trubel der Stadt beinahe völlig vergisst.
Natur und Großstadt funktionieren hier erstaunlich gut nebeneinander.
Und genau das liebe ich.
Was ich ebenfalls sehr schätzen gelernt habe, ist das Fahrradfahren.
Viele Orte in Köln lassen sich bequem mit dem Fahrrad erreichen, und manchmal ist es sogar einfacher, sich aufs Rad zu setzen, als mit dem Auto zu fahren.
Auch ich fahre sehr oft mit dem Fahrrad zur Arbeit.
Und natürlich entstehen dabei gelegentlich ganz besondere Situationen. 😄
Mehr als einmal saß morgens mitten auf dem Radweg ein Kaninchen.
Völlig entspannt.
Ich hielt an.
Das Kaninchen schaute.
Ich wartete.
Dem Kaninchen war offensichtlich vollkommen egal, dass ich vielleicht irgendwann bei der Arbeit ankommen sollte.
Und irgendwann entschied es sich dann doch, mit einem Satz zu verschwinden. 🐇😂
Seitdem ich allerdings dieses Video gesehen habe, in dem ein Kaninchen einen Rollerfahrer regelrecht umtritt, begegne ich diesen kleinen Wegelagerern mit etwas mehr Respekt.
Ich möchte schließlich nicht persönlich herausfinden, ob die Kölner Kaninchen möglicherweise auch Karate können. 🤣
Doch Kaninchen sind längst nicht die einzigen Tiere, denen man begegnet.
Die Natur gehört hier wirklich zum Alltag.
Ich muss immer lächeln, wenn ich Videos sehe, in denen eine Enten- oder Gänsefamilie den gesamten Straßenverkehr zum Stillstand bringt.
So etwas haben wir ebenfalls schon erlebt.
In diesem Moment fand ich es allerdings etwas weniger lustig.
Ich war nämlich auf dem Weg zur Arbeit.
Es sah sogar fast danach aus, als würde ich pünktlich ankommen…
bis eine Vogelfamilie beschloss, dass genau jetzt der perfekte Zeitpunkt für einen gemütlichen Spaziergang über die Straße gekommen war. 🦆
Ein Vogel setzte sich sogar einfach mitten auf die Fahrbahn.
Zum Ausruhen.
Ich saß im Auto, schaute zu und dachte nur:
„Natürlich. Genau jetzt…“ 😂
Aber niemand hupt.
Niemand versucht, die Tiere zu vertreiben.
Die Autofahrer warten einfach.
Selbst wenn sich dahinter bereits eine lange Schlange bildet.
Einmal sagte ich etwas genervt zu meinem Mann:
„Ach komm, fahr doch einfach weiter!“
Er lächelte nur.
„Geht nicht.“
Und tatsächlich:
Es geht nicht. 😄
Überrascht war ich auch, als ich zum ersten Mal Schafe direkt in der Nähe von Wohnhäusern grasen sah.
Rund um unsere Gegend gibt es viele Felder. Deshalb ist es beim Fahrrad- oder Autofahren völlig normal, Schafe, Kaninchen, Rehe und unzählige Vögel zu entdecken.
Heute nehme ich das fast schon als selbstverständlich wahr.
Beim ersten Mal stand ich allerdings einfach da und musste lächeln.
Ich habe sogar schon erlebt, dass der Stadtverkehr warten musste, weil eine Entenmutter mit ihren Küken zwischen den Schienen unterwegs war.
Das sind Kleinigkeiten.
Aber für mich sagen sie viel darüber aus, warum ich diese Stadt so gerne mag.
Auch die Natur hat hier ihren Platz.
Ein weiterer Grund, warum mir Köln so ans Herz gewachsen ist, sind die Menschen.
Zumindest nach meinen persönlichen Erfahrungen.
Ich habe die Menschen hier deutlich offener und aufgeschlossener erlebt, als ich ursprünglich erwartet hatte.
Wenn sie merken, dass man arbeiten, lernen und sich integrieren möchte, versuchen viele zu helfen.
Es geht nicht immer zuerst darum, warum etwas nicht funktionieren könnte.
Sondern eher darum, wie es funktionieren kann.
Und das bedeutet mir viel.
Dann ist da natürlich noch der Rhein. ❤️
Die Atmosphäre in der Altstadt liebe ich einfach.
Restaurants und Kneipen sind voller Menschen und besonders im Sommer pulsiert das Leben bis spät in den Abend.
Ob Fußballspiel, Feiertag, Karneval oder einfach Wochenende – die Menschen kommen zusammen.
Sie reden.
Sie lachen.
Trinken etwas.
Und genießen ihre Zeit.
Besonders gerne mag ich auch die Atmosphäre in Junkersdorf.
Dort fühlt sich Köln noch einmal ganz anders an als in der Innenstadt.
Ruhiger.
Grüner.
Entspannter.
Und trotzdem ist alles, was man braucht, gut erreichbar.
Hier spazieren zu gehen oder Fahrrad zu fahren fühlt sich einfach gut an, und wahrscheinlich hat auch diese Gegend viel dazu beigetragen, dass Köln für mich irgendwann tatsächlich zu einem Zuhause wurde.
Und dann wäre da natürlich noch der Karneval. 🎭
Das ist noch einmal eine Welt für sich.
Den berühmten Rosenmontagszug habe ich bisher noch nicht live erlebt.
Aber irgendwann möchte ich unbedingt dabei sein.
Tausende Menschen feiern, singen und tanzen gemeinsam.
Und besonders schön finde ich, dass dabei im Grunde alle dasselbe wollen:
einfach gemeinsam eine gute Zeit haben.
Der Rosenmontag steht deshalb weiterhin auf meiner persönlichen Wunschliste.
Genau wie der Weihnachtsmarkt am Dom. 🎄
Auch den möchte ich unbedingt noch richtig erleben.
Nur eine Sache hält mich bisher zurück:
die Menschenmassen.
Ich mochte überfüllte Orte noch nie besonders.
Nicht erst in Deutschland – schon in Ungarn war das so.
Seit ich Mutter bin, ist dieses Gefühl noch stärker geworden.
Ich habe immer die Sorge, dass den Kindern etwas passieren könnte oder ich sie auch nur für einen Moment aus den Augen verliere.
Ich weiß, dass ich lernen muss, mit dieser Angst umzugehen.
Aber trotzdem ist sie da.
Dennoch bin ich mir sicher, dass wir irgendwann auch diesen Weihnachtsmarkt besuchen werden.
Und wenn mich jemand fragen würde:
Kannst du eigentlich auch etwas Schlechtes über Köln sagen?
Natürlich.
Wahrscheinlich schon.
Eine perfekte Stadt gibt es schließlich nicht.
Aber wenn ich darüber nachdenke, was Köln für mich bedeutet, sind es nicht diese Dinge, die mir zuerst in den Sinn kommen.
Sondern der Dom.
Wenn ich ihn auf dem Weg zur Arbeit oder irgendwo aus der Ferne sehe, bleibe ich manchmal noch immer für ein oder zwei Minuten stehen.
Einfach nur, um ihn anzuschauen.
Ich kann mich daran nicht sattsehen.
Der Rhein.
Die Altstadt.
Die Seen.
Die Parks.
Das viele Grün.
Die Kaninchen auf den Radwegen.
Die Enten, die völlig unbeeindruckt den Verkehr lahmlegen.
Die Schafe in der Nähe der Häuser.
Die Menschen.
Und dieses Gefühl, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Als ich zum ersten Mal hierherkam, war Köln für mich einfach eine Stadt in Deutschland.
Dann wurde es ein Ort, den ich immer besser kennenlernte.
Später ein Ort, den ich lieben lernte.
Und heute bedeutet Köln für mich etwas ganz anderes.
Zuhause. ❤️
Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir Köln so sehr ans Herz gewachsen ist.





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