💭 Gedanken

Die gute alte Zeit – als ein Fahrrad und eine Tüte Honig noch reichten

Kindheit ohne Smartphone und Internet: Ein paar Freunde, ein Fahrrad, ein Hügel und manchmal eine Tüte Wabenhonig reichten für einen perfekten Sommertag. 🚲🍯❤️

Als wir Kinder waren, gab es noch keine Smartphones. Wenn wir uns treffen wollten, zum Beispiel in den Sommerferien, gingen wir einfach zum anderen nach Hause und riefen von der Straße aus durchs Fenster oder in den Hof.

Natürlich wusste jeder sofort, wen wir suchten. Entweder fragten wir, ob unser Freund oder unsere Freundin herauskommen durfte, oder wir fragten, ob wir zum Spielen hereinkommen konnten. 😅

Und wir wussten immer, wann wir wieder zu Hause sein mussten. Die Erwachsenen sagten uns einfach: Um diese oder jene Uhrzeit bist du zurück.

Wenn wir vormittags unterwegs waren, war das Mittagsläuten der Kirche unser Signal. Sobald die Glocken anfingen zu läuten, machten wir uns auf den Heimweg. Und bis sie aufgehört hatten, waren wir meistens schon zu Hause. 😅

Manchmal trafen wir uns auf dem Spielplatz, wo sowieso immer irgendjemand war. An anderen Tagen standen wir vor einem Haus zusammen, fuhren Rollschuh oder eben Fahrrad.

An die Fahrradtouren erinnere ich mich vielleicht am liebsten.

Am Anfang trauten wir uns nur auf den Feldweg. Dort gab es zwei Hügel mit einer kleinen „Senke“ dazwischen, durch die man wunderbar hinuntersausen konnte.

Wenn man Pech hatte, endete die Fahrt allerdings im Weizenfeld oder mitten im Mais.

Aber großes Gejammer gab es deswegen nicht.

Natürlich hatten wir unsere Kampfspuren: Schürfwunden, blaue Flecken und hier und da ein paar Kratzer. Meistens haben wir darüber aber eher gelacht, als daraus ein großes Drama zu machen.

Wenn der Sommer richtig begonnen hatte und die Akazien blühten, führte uns unser Weg irgendwie immer dorthin. Und dann aßen wir die Akazienblüten. 😅

Manchmal fuhren wir auch ans andere Ende des Dorfes, um nachzusehen, ob der Imker zu Hause war. Vielleicht konnten wir ja ein bisschen Wabenhonig erbetteln. 😅

Der Honig war natürlich noch nicht geschleudert, also musste man etwas aufpassen – schließlich konnten sich noch Bienen darin befinden. 😀

Nicht, dass wir am Ende die auch noch mitgegessen hätten!

Ob der Imker zu Hause war, wussten wir übrigens ganz genau: Wenn sein Wartburg hinter dem Tor stand, war er da.

Dann ging es los:

„Herr Imker!“

Manchmal mussten wir ziemlich lange rufen, weil er beschäftigt war.

Oder vielleicht wollte er uns auch einfach nicht hören.

Wir riefen jedenfalls so lange weiter, bis wir ihm vermutlich gehörig auf die Nerven gingen. 😅😅😅

Ja, so waren wir.

Wenn wir schließlich eine Tüte mit Honig bekamen, waren wir die glücklichsten Menschen der Welt.

Apropos Honig in der Tüte …

Meine Generation und diejenigen, die noch etwas älter sind, erinnern sich bestimmt an die Zeit, als Zucker in diesen dickeren Plastikbeuteln verkauft wurde. Genau solche Tüten bekamen wir manchmal mit Wabenhonig gefüllt. 😅

Und wenn wir schon bei Tüten sind: Auch Milch gab es im Plastikbeutel.

Damit musste man allerdings vorsichtig sein. Man schnitt eine Ecke ab, und wenn man nicht aufpasste, war die Milch schneller draußen, als einem lieb war.

Dafür gab es diese speziellen Kunststoffhalter, in die man den Milchbeutel stellen konnte. So musste man die angebrochene Tüte nicht ständig irgendwie abstützen oder hinlegen.

Nur wenn man die Ecke bereits abgeschnitten hatte, war es manchmal gar nicht mehr so einfach, den Beutel ordentlich in den Halter zu bekommen. 😅

Und dann der Kakao aus dem Beutel!

Mein Gott, war der lecker!

Und wenn wir schon beim Kakao sind: Bilde nur ich mir ein, dass die Kakaoschnecken damals riesig waren?

Gefühlt waren sie so groß wie unsere Köpfe!

Heute sind sie manchmal kaum größer als eine Hand.

Ist das nur eine optische Täuschung unserer Kindheitserinnerungen? Oder sind die Dinger im Laufe der Jahre tatsächlich heimlich geschrumpft? 😅

Na ja. Jetzt bin ich ziemlich vom Thema abgekommen.

Aber genau so war sie eben, diese gute alte Zeit.

Wir brauchten kein Smartphone, kein Internet und kein besonderes Freizeitprogramm. Ein Fahrrad, ein paar Freunde, etwas freie Zeit, ein Hügel, ein Akazienbaum und eine Tüte Wabenhonig – und schon hatten wir den besten Tag der Welt.

Vielleicht denke ich gerade deshalb so gerne daran zurück.

Denn damals wussten wir noch nicht, dass ausgerechnet diese einfachen und ganz alltäglichen Momente eines Tages zu den Erinnerungen gehören würden, die uns am längsten begleiten. ❤️

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