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Erwachsen. Und jetzt? – Ich bin in Harkány auf einem Marienkäfer geritten 🤣🐞

Zurück in Harkány: alte Erinnerungen, ein YouTube-Livestream und plötzlich ein riesiger Marienkäfer. Natürlich musste ich drauf. Erwachsen bin ich schließlich schon. Na und? 🤣🐞

Am 20. August fuhren mein Mann und ich für ein paar Tage nach Harkány. Wir übernachteten in der Pension A16 – darüber werde ich noch gesondert berichten, denn sie verdient ihre eigene Geschichte.

Die Gegend kenne ich allerdings sehr gut. Schließlich bin ich hier aufgewachsen, bin in dieser Gegend zur Schule gegangen und habe sogar in Harkány Schwimmen gelernt.

Na ja.

Schwimmen kann ich bis heute nicht.

So viel also zum Erfolg des Unterrichts. 🤣

Von unserer Pension aus liegt fast alles in unmittelbarer Nähe. Gegenüber befindet sich ein großer Park, nicht weit entfernt das Krankenhaus, und wenn man zwischen den Bäumen in die richtige Richtung schaut, hat man beinahe schon das Gefühl, das Strand- und Heilbad sehen zu können.

Nun könnte man natürlich sagen, dass ich leicht reden habe, wenn ich Harkány lobe. Ich bin in dieser Gegend groß geworden, ging hier zur Schule, habe hier als Kind meinen Unsinn getrieben und man hat hier sogar versucht, mir das Schwimmen beizubringen – erfolglos.

Aber beim Heilbad von Harkány spricht nicht nur die Nostalgie aus mir. Das Heilwasser ist tatsächlich etwas Besonderes, und die Geschichte des Bades reicht mehr als zweihundert Jahre zurück.

Dieses Mal wollte ich allerdings nicht baden.

Ich wollte spazieren gehen.

Also nahm ich mein Handy, startete einen YouTube-Livestream und dachte mir, ich zeige meinen Zuschauern ein bisschen von Harkány. Ich ging durch den Park, zeigte das Stadtzentrum und kam natürlich auch am alten Springbrunnen vorbei.

Oh ja.

Mit diesem Brunnen verbinde ich Erinnerungen.

Nach der Schule haben wir dort früher durchaus den einen oder anderen Unsinn angestellt. Nichts Dramatisches, aber sagen wir es so: Wir gehörten vermutlich nicht unbedingt zu den diszipliniertesten Vertretern des kulturellen Lebens der Gegend. 🤣

Es ist ein seltsames Gefühl, nach so vielen Jahren wieder an dieselben Orte zurückzukehren.

Als Kind denkt man nicht darüber nach, dass man eines Tages als Erwachsene genau dort stehen wird – mit einem Handy in der Hand und einem laufenden Livestream – und anderen erzählt, welchen Blödsinn man an diesem Ort früher gemacht hat.

Damals war das hier der Mittelpunkt der Welt.

Heute ist alles gleichzeitig vertraut und doch völlig anders.

Wir schauten uns auch den neuen Spielplatz an, der wunderschön zwischen den Bäumen liegt. Das gefiel mir besonders gut. Spielplätze, auf denen Kinder nicht in der prallen Sonne braten müssen, sondern tatsächlich Schatten durch große Bäume haben, scheinen heute irgendwie immer seltener zu werden.

Und dann sah ich ihn.

Den Marienkäfer. 🐞

Einen großen, runden, niedlichen Marienkäfer auf dem Spielplatz.

Allein darüber musste ich schon lachen. Wenn der eigene YouTube-Kanal „Katica Blogja“ heißt – also sinngemäß „Katicas Blog“, wobei „Katica“ auf Ungarisch gleichzeitig Marienkäfer bedeutet –, kann man an so einem riesigen Exemplar schließlich nicht einfach kommentarlos vorbeigehen.

Dann schrieb jemand im Livestream:

„Setz dich drauf!“

Mehr brauchte es bei mir nicht.

Ein vernünftiger, seriöser erwachsener Mensch hätte vermutlich gelächelt, den Marienkäfer noch einmal aus der Nähe gezeigt und wäre anschließend würdevoll weitergegangen.

Ich nicht.

Ich kletterte drauf.

Und ritt auf dem Marienkäfer. 🤣🐞

Natürlich während eines laufenden YouTube-Livestreams. Denn wenn man sich schon zum Affen macht, sollte wenigstens eine qualitativ brauchbare Dokumentation für die Nachwelt existieren.

Ich bat sofort jemanden, ein Bild davon zu machen. Das bekam ich auch, und nach dem Livestream habe ich zusätzlich die entsprechende Szene aus dem Video gespeichert.

Also ja:

Es gibt Beweise.

Leugnen zwecklos.

Auf dem YouTube-Kanal Katica Blogja kann man sich ansehen, was passiert, wenn eine erwachsene Katica auf einen Marienkäfer trifft – und jemand ihr im entscheidenden Moment eine schlechte Idee liefert.

Während wir darüber unglaublich viel gelacht haben, kam mir später allerdings ein Gedanke.

Warum eigentlich nicht?

Wann haben wir beschlossen, dass wir ab einem bestimmten Alter in jeder Situation ernst sein müssen?

Wir werden erwachsen. Wir arbeiten. Wir bezahlen Rechnungen. Wir lösen Probleme und übernehmen Verantwortung für andere Menschen und für uns selbst.

Es gibt wahrlich genügend Dinge im Leben, die wir ernst nehmen müssen.

Aber warum sollte ich deshalb nicht auf einen Marienkäfer klettern dürfen?

Ich habe das Leben schon immer gern etwas lockerer genommen. Wenn jemand mit einer verrückten Idee um die Ecke kommt, muss man mir normalerweise nicht zweimal Bescheid sagen.

Manchmal bin ich vermutlich schlimmer als ein Kind.

Und wisst ihr was?

Ich glaube nicht, dass das unbedingt etwas Schlechtes ist.

Damit meine ich natürlich nicht, dass wir verantwortungslos sein oder alles ins Lächerliche ziehen sollten.

Ich meine vielmehr, dass wir nicht vergessen sollten, zwischendurch einfach Unsinn zu machen.

Nicht immer darüber nachdenken, was andere von uns halten. Laut lachen. Uns auf die Schaukel setzen. Zu diesem alten Springbrunnen gehen, mit dem tausend Erinnerungen verbunden sind.

Und wenn wir einen riesigen Marienkäfer sehen und jemand sagt, wir sollen draufklettern – dann sollten wir es vielleicht manchmal einfach tun. 🐞

Das Leben wird meiner Meinung nach nicht wertvoller oder ernsthafter, nur weil wir ständig steif und vernünftig durch die Gegend laufen.

Im Gegenteil.

Manchmal entstehen gerade aus den völlig sinnlosen Ideen die schönsten Erinnerungen – aus Dingen, die ein „vernünftiger“ Mensch wahrscheinlich niemals gemacht hätte.

Und ich werde vermutlich nie zu den Menschen gehören, denen man eine verrückte Idee zweimal sagen muss.

Aber wenn wir schon in Harkány sind:

Was hat eigentlich der Teufel mit dieser Geschichte zu tun? 😈

Über die Entstehung von Harkány gibt es eine alte Sage, die ich natürlich ebenfalls seit meiner Kindheit kenne.

Der Legende nach lebte am Fuße des Berges von Harsány eine alte Frau mit ihrer wunderschönen Tochter Harka. Harka soll so schön gewesen sein, dass selbst der Teufel ein Auge auf sie warf.

Die alte Frau wollte ihm ihre Tochter jedoch nicht einfach überlassen.

Sie stellte ihm eine Aufgabe: Bis zum ersten Hahnenschrei sollte er den steinigen Berg von Harsány umpflügen.

Der Teufel machte sich an die Arbeit – und zwar mit einem solchen Tempo, dass die alte Frau langsam nervös wurde.

Am Ende schafft er es womöglich wirklich!

Also griff sie zu einer List.

Noch vor Tagesanbruch imitierte sie das Krähen eines Hahns. Daraufhin begannen auch die echten Hähne zu krähen.

Der Teufel glaubte, seine Zeit sei abgelaufen und er habe die Wette verloren.

Vor Wut stampfte er so heftig auf den Boden, dass sich die Erde unter ihm öffnete und ihn verschluckte. Der Sage nach trat genau dort das warme, schwefelhaltige Wasser aus der Tiefe hervor.

Nun gut.

Jetzt ergibt natürlich alles Sinn.

Früher pflügte in Harkány der Teufel einen Berg.

Heute reite ich auf Marienkäfern.

Irgendjemand muss die Tradition schließlich fortsetzen. 🤣

Die Wirklichkeit ist natürlich etwas weniger märchenhaft. Das Heilwasser von Harkány wurde 1823 bei der Trockenlegung des sumpfigen Gebietes entdeckt. Bereits im folgenden Jahr entstanden die ersten Badehäuser.

Trotzdem mag ich die alte Sage.

Denn eine Stadt besteht nicht nur aus Straßen, Gebäuden und Jahreszahlen.

Sie besteht auch aus Geschichten.

Aus dem Unsinn, den man als Kind am Springbrunnen gemacht hat. Aus alten Legenden. Aus vertrauten Parks. Aus Erinnerungen.

Und manchmal aus einem dicken Marienkäfer, auf den man Jahrzehnte später ohne lange nachzudenken einfach wieder draufklettert.

Denn ich bin erwachsen geworden.

Na und? 🤣🐞

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