Manchmal besteht die größte Herausforderung nicht darin, eine neue Sprache zu lernen, sondern den Mut zu finden, sie auch zu sprechen. Im Ausland zu leben bedeutet, ständig dazuzulernen, mit Unsicherheiten umzugehen und hin und wieder lustige Missverständnisse zu erleben. Aber vielleicht entstehen genau daraus die ehrlichsten und menschlichsten Momente.
Oft frage ich mich, warum mir Menschen – zumindest in Ungarn – manchmal so seltsam begegnen. Hier in Deutschland ist das ganz anders. Die Menschen sind viel offener, neugieriger und interessierter. Bisher habe ich noch niemanden getroffen, der nur aus Eigeninteresse mit mir sprechen wollte.
Eigentlich bin eher ich derjenige, der etwas zurückhaltend und auf Abstand ist. Vielleicht, weil ich es so gewohnt bin und es mit der Zeit zu einer Art Schutzmechanismus geworden ist. Oder vielleicht habe ich einfach Angst…
Angst davor, mich nicht richtig ausdrücken zu können, eine Situation falsch zu verstehen oder mich zu blamieren und dadurch für beide Seiten eine unangenehme Situation zu schaffen. Deshalb beobachte ich lieber still und höre zu. Das ist allerdings nicht besonders hilfreich, denn so verbessert sich mein Deutsch natürlich auch nicht wirklich. 😅
Trotzdem gibt es Menschen, mit denen ich mich sehr gut verstehe und mit denen ich mich problemlos unterhalten kann (na gut… nicht immer. 😄). Es klappt zwar manchmal etwas kacifántosan – also etwas umständlich und holprig –, aber wer möchte, versteht mich trotzdem. Und wer nicht… tja, dann ist das eben so. 😅
Heute gab es zum Beispiel eine lustige Situation bei der Arbeit. Ein Besucher fragte mich, ob das ein neuer Besen sei. Ich zeigte auf den Mopp und antwortete: „Ja, er hat eine neue Funktion bekommen.“ 😅
Natürlich klang das etwas seltsam, aber er verstand sofort, was ich eigentlich sagen wollte. Der Herr reagierte sehr freundlich, und seine entspannte Art hat mir wirklich gutgetan.
Eigentlich kann ich mich überhaupt nicht beschweren, denn meine Kolleginnen und Kollegen sind alle unglaublich nett, aufmerksam und hilfsbereit. Manchmal bin eher ich der „Unfreundliche“, weil ich keine Lust habe, meine Komfortzone zu verlassen, und dann still meiner Arbeit nachgehe. 🙈
Sobald ich aber einmal ins Gespräch komme, gibt es kein Halten mehr. Dann rede ich mit Händen und Füßen, erkläre alles voller Begeisterung und spreche manchmal viel zu schnell. 😅 Manchmal habe ich sogar das Gefühl, ich wäre der persönliche Hofnarr.
Aber ganz ehrlich? Ich genieße das sogar. Denn wenn ich erst einmal in Fahrt komme, bleibt vor Lachen kaum ein Auge trocken. 😁
Also ja – vielleicht spreche ich manchmal etwas kacifántosan. Aber ich spreche. Und mit jedem einzelnen Satz werde ich ein kleines Stück mutiger. ❤️
☕ Katicas Gedanke
Das Leben stellt uns manchmal auf die Probe. Nicht alles können wir ändern – aber wir können entscheiden, wie wir später darüber erzählen.
💬 Kennst du solche Tage?
Teile deine Geschichte gern in den Kommentaren.
Lass uns reden
Schreib einen Kommentar
Kommentare werden vor der Veröffentlichung moderiert.
Kommentare werden geladen…