Am 20. August fuhren mein Mann und ich für ein paar Tage nach Harkány in Südungarn. Wir suchten eine Unterkunft, die ruhig und familiär ist, ohne unnötigen Schnickschnack – aber mit der Möglichkeit, sich bei Bedarf auch ein wenig im Wasser zu entspannen.
Ich bin nämlich nicht unbedingt der größte Fan überfüllter Freibäder. Vor allem dann nicht, wenn sich auf einem Quadratmeter ungefähr siebzehn Menschen und drei aufblasbare Einhörner befinden. 🤣
So entdeckten wir bei Booking die A16 Design Pension.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich zunächst gar nicht an sie erinnern konnte, obwohl wir vor unserem Umzug ins Ausland einige Jahre ganz in der Nähe, in Siklós, gelebt hatten.
Wie auch immer: Wir fanden die Pension, buchten sie und machten uns auf den Weg.
Schon bei unserer Ankunft gab es eine kleine Aufmerksamkeit, die ich sehr zu schätzen wusste.
Etwa eine halbe Stunde bevor wir ankamen, hatte die Dame, die uns empfing, bereits die Klimaanlage in unserem Zimmer eingeschaltet.
Nach einer längeren Fahrt bei sommerlicher Augusthitze ein angenehm kühles Zimmer zu betreten – in diesem Moment braucht man eigentlich keinen größeren Luxus.
Das A16 ist eine überschaubare, zweistöckige Pension mit familiärem Charakter.
Kein riesiger Hotelkomplex, in dem man erst am dritten Tag herausfindet, über welchen Flur man eigentlich wieder zu seinem Zimmer gelangt.
Unser Zimmer war für uns vollkommen ausreichend und verfügte über ein eigenes Badezimmer. Auch dort war alles vorhanden, was wir brauchten: Dusche, Waschbecken und WC. Alles war sauber, modern und gepflegt.
Das A16 versucht nicht, etwas zu sein, was es nicht ist. Dafür erfüllt es das, was es verspricht, sehr ordentlich.
Es gibt einen gemeinsamen Frühstücks- und Aufenthaltsbereich sowie eine kleine Bar mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken und verschiedenen Weinen.
Besonders gut gefiel mir die familiäre Atmosphäre und das Vertrauen, das den Gästen entgegengebracht wird.
Ist gerade niemand da, muss man trotzdem nicht verdursten. Man nimmt sich, was man möchte, trägt es ein und rechnet später ab.
Dieses Prinzip auf Vertrauensbasis fand ich ausgesprochen sympathisch.
Man fühlt sich dort als Gast behandelt und nicht wie ein potenzieller Schwerverbrecher, der versucht, mit einer Flasche Limonade aus Harkány zu fliehen. 🤣
Auch der Garten war eine angenehme Überraschung.
Man kann draußen sitzen, sich unterhalten oder einfach entspannen. Für Kinder gibt es ebenfalls Platz zum Spielen.
Wir sahen auch Familien mit Kindern, und mir gefiel besonders, dass die Pension ruhig und entspannt wirken kann, ohne dass Kinder dabei wie Dekorationsgegenstände still auf einem Stuhl sitzen müssen.
Es gibt unter anderem eine Schaukel und einen Sandkasten – ein angenehmer kleiner Garten, in dem man wunderbar einen Gang zurückschalten kann.
Auch ein wenig Wellness gehört dazu: Im Garten stehen eine Sauna und ein Jacuzzi zur Verfügung.
Über die Sauna kann ich allerdings keinen ausführlichen persönlichen Erfahrungsbericht liefern.
Ich vertrage Saunen ungefähr so gut wie eine Katze eine Badewanne: nämlich überhaupt nicht.
Nach wenigen Minuten habe ich das Gefühl, dass der gesamte Sauerstoff unseres Planeten aufgebraucht wurde. Deshalb habe ich diese Möglichkeit großzügig den anderen Gästen überlassen. 🤣
Ein bisschen im Wasser zu sitzen, hätte mich dagegen durchaus interessiert.
Es gab nur ein winziges Problem.
Unsere Badesachen lagen zu Hause.
Kein Problem, dachte ich. Es ist der 20. August, wir sind in Harkány – dann kaufe ich eben einen Badeanzug.
Wir gingen sogar in Richtung Markt, wo es verschiedene Stände gab. Eigentlich hätte meinem genialen Plan also nichts mehr im Wege gestanden.
Dann kamen allerdings Katica Blogja, ein Spaziergang, ein YouTube-Livestream, der Park, Kindheitserinnerungen und schließlich dieser riesige Marienkäfer auf dem Spielplatz dazwischen, auf den ich natürlich während des Livestreams klettern musste.
Irgendwo an diesem Punkt verschwand der Badeanzug vollständig aus meinem Gedächtnis.
Wellness hin oder her – meinen Aufenthalt in Harkány überstand ich deshalb letztendlich vollkommen trocken. 🤣
Der vielleicht beste Teil unseres Aufenthalts kam aber ohnehin erst am nächsten Morgen.
Das Frühstück.
Bei einer Pension dieser überschaubaren Größe hatte ich ehrlich gesagt nicht mit einer derart großen Auswahl gerechnet.
Umso überraschter waren wir.
Das Frühstück war so reichhaltig, dass sich manches wesentlich größere Hotel ruhig ein paar Notizen machen könnte.
Alles war frisch und lecker, es gab eine große Auswahl, und sogar der Kaffee wurde individuell nach den Wünschen der Gäste zubereitet.
Das klingt vielleicht nach Kleinigkeiten.
Aber genau solche Kleinigkeiten sind mir wichtig.
Ich brauche keine vergoldeten Türklinken und niemanden, der rund um die Uhr meine Dekokissen zurechtrückt.
Das Zimmer soll sauber und bequem sein. Ich möchte freundlich empfangen werden und ruhig schlafen können. Und morgens möchte ich ein Frühstück bekommen, nach dem ich nicht zehn Minuten später überlegen muss, wo ich noch etwas essen könnte.
Genau das bekamen wir im A16.
Auch die Atmosphäre unter den Gästen gefiel uns.
Die Menschen grüßten einander, wechselten ein paar Worte miteinander, und alles wirkte angenehm natürlich und unkompliziert.
Genau so stelle ich mir die Atmosphäre in einer kleinen, familiären Pension vor.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich die Lage.
Der Markt von Harkány, das Stadtzentrum, das Thermalbad und der Busbahnhof befinden sich ganz in der Nähe.
Wer mit dem Bus nach Harkány kommt, kann meiner Meinung nach auch gut ohne Auto auskommen. Man muss seinen Koffer nicht durch die halbe Stadt ziehen und viele wichtige Ziele lassen sich bequem zu Fuß erreichen.
Auch für gutes Essen muss man nicht weit gehen.
Über das Szabadtűzhely beim Markt von Harkány habe ich bereits einen eigenen Artikel geschrieben. Wer ein gutes Mittag- oder Abendessen sucht, dem kann ich diesen Ort guten Gewissens empfehlen.
Dort aßen wir unter anderem die gegrillte Hähnchenbrust und den gegrillten Ziegenkäse, nach denen der Laden bei mir endgültig auf der Liste „Wenn wir wieder in Harkány sind, kommen wir zurück“ gelandet ist.
Burger, Grillgerichte, verschiedene Platten und eine angenehm lockere Atmosphäre – und das alles leicht vom A16 aus erreichbar.
Ein Urlaubstag könnte also ziemlich unkompliziert aussehen: morgens ein großes Frühstück im A16, tagsüber Harkány und das Thermalbad und am Abend etwas Leckeres vom Grill.
Die Gefahr, während dieses Urlaubs zu verhungern, lässt sich damit praktisch ausschließen. 🤣
Trotz seiner guten Lage empfanden wir das A16 als angenehm ruhig.
Man kann im Garten sitzen, sich unterhalten und entspannen. Kinder können spielen, und wer baden möchte, erreicht das Thermalbad nach einem kurzen Spaziergang.
Wir verbrachten zwei Nächte dort und frühstückten nur einmal, weil wir am letzten Morgen sehr früh nach Hause aufbrechen mussten.
Unser Aufenthalt war also relativ kurz.
Trotzdem reichte er vollkommen aus, damit ich mir eine klare Meinung bilden konnte.
Ich würde wiederkommen.
Nicht, weil das A16 ein glänzendes Luxushotel wäre.
Das möchte es auch gar nicht sein.
Sondern weil es sauber, modern, angenehm und familiär ist. Die Lage ist gut, wir wurden freundlich empfangen und waren auch mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden.
Manchmal braucht eine gute Unterkunft gar nicht mehr.
Na ja, fast.
Dieses Frühstück hatte schon einen ziemlich großen Einfluss auf mein Urteil. 🤣
Für mich konnte es problemlos mit Frühstücksbuffets mithalten, die ich in wesentlich größeren und teureren Hotels erlebt habe.
Wenn ihr also in Harkány eine gemütliche und familiäre Unterkunft sucht, von der aus Thermalbad, Markt und Stadtzentrum bequem erreichbar sind, würde ich das A16 durchaus wieder wählen.
Nur eine Sache solltet ihr besser machen als wir:
Nehmt eure Badesachen mit. 🤣





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