Vor ein paar Tagen fuhren wir zu zweit nach Kleve, um gemeinsam essen zu gehen. Eigentlich sollte es einfach nur ein schönes Abendessen werden – am Ende wurde daraus jedoch viel mehr.
Zu unserer Überraschung war der Parkplatz komplett voll. Das Restaurant war bis auf den letzten Platz besetzt, überall herrschte reges Treiben, und die Kellner hatten alle Hände voll zu tun.
Normalerweise besuchen wir das Restaurant lieber außerhalb der Stoßzeiten. Dieses Mal war es jedoch schön, die lebhafte Seite des Restaurants kennenzulernen.
Unser Stammkellner war an diesem Abend zunächst nicht da. Stattdessen wurden wir von einem Kollegen bedient, den wir bisher noch nicht kannten.
Er wirkte zunächst etwas ernst und gestresst.
Das konnten wir gut verstehen.
Wer selbst einmal in der Gastronomie gearbeitet hat, weiß, wie viel gleichzeitig passiert, wenn ein Restaurant voll ist.
Deshalb genossen wir einfach den Abend.
Wie immer war das Essen ausgezeichnet.
Und natürlich durfte auch diesmal ein Dessert nicht fehlen.
Mein Mann bestellt fast immer Pfannkuchen mit Eis und Schokoladensoße.
Ich wollte diesmal etwas Neues ausprobieren.
Leider hatte ich die Beschreibung nicht aufmerksam genug gelesen.
Ich las nur „Walnuss“ und „Eierlikör“.
In meiner Vorstellung entstand sofort ein leckeres Stück Kuchen.
Als das Dessert kam, musste ich lachen.
Es war kein Kuchen.
Sondern Walnusseis mit Eierlikör.
Eigentlich mag ich weder Walnüsse noch Eis besonders gern.
Aber wenn ich etwas bestelle, wird es selbstverständlich auch gegessen.
Und am Ende war ich positiv überrascht.
Es schmeckte wirklich hervorragend.
Nur vom Eierlikör hätte es für meinen Geschmack ruhig etwas mehr sein dürfen.
Als wir bezahlen wollten, kam schließlich unser Lieblingskellner vorbei.
Er erzählte seinem Kollegen, dass wir aus Ungarn kommen, regelmäßig zu Besuch sind und ich sogar ein wenig Kroatisch spreche.
Plötzlich veränderte sich der Gesichtsausdruck des Kollegen völlig.
Er lächelte.
„Ihr seid Ungarn?“
„Ja.“
„Und ihr sprecht Kroatisch?“
„Ein bisschen.“
Man sah ihm die Überraschung richtig an.
Wir unterhielten uns noch kurz und kamen natürlich auch auf die ungarische Küche zu sprechen.
Beim Gulasch waren wir uns sofort einig.
Bevor wir gingen, verabschiedete ich mich mit einem einfachen:
„Doviđenja!“
Für einen kurzen Moment war er völlig überrascht.
Dann lächelte er.
Es war nur ein kleiner Augenblick.
Aber genau solche Momente bleiben in Erinnerung.
Ich weiß selbst, wie schön es ist, im Ausland plötzlich die eigene Sprache zu hören.
Für einen kurzen Augenblick fühlt sich ein fremdes Land dann ein kleines Stück wie Zuhause an.
Vielleicht war genau das das Schönste an diesem Abend.
Nicht das Essen.
Nicht das Dessert.
Sondern diese kleine menschliche Begegnung.
Ich bin mir sicher, dass wir beim nächsten Besuch in Kleve nicht mehr von einem ernsten Blick empfangen werden.
Sondern von einem vertrauten Lächeln.
Und vielleicht wieder von einem freundlichen Wort auf Kroatisch.





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